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DDR Museum6 min read

Angetrieben durch die Sorge um die demokratische Zukunft, will das DDR-Museum ein Haus für Demokratieerziehung sein.
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Das DDR-Museum Pforzheim wurde von Klaus Knabe 1998 im September gegründet ist mit über 4000 Besuchern jährlich, dass einzige Museum in den westlichen Bundesländern, welches die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts mit Schwerpunkt auf die Geschichte der DDR-Diktatur (1945-1990) darstellt.

Wann und warum wurde das DDR Museum gegründet?

Das Museum wurde von Klaus Knabe gegründet, weil er nach der Wende fand, dass viele Dinge, die von jetzt auf nachher wertlos geworden sind, erhalten werden sollten. Er wollte darstellen, wie es ist, wenn man in einer Diktatur lebt. Es war sein Ziel, den Leuten zu zeigen, dass sie damit froh seine sollten, mit dem, was sie hier haben: Rechtsstaatlichkeit und Demokratie. Das Museum wurde 1998 gegründet.

Was macht das DDR Museum besonders?

Das Museum ist besonders, weil es eben kein Heimatmuseum ist. Es vermittelt eine Botschaft. Man soll glücklich sein mit den Freiheiten und dem Land, das man jetzt hat, weil es auch ganz anders sein kann. Im ganzen Westen Deutschlands sind wir das einzige Museum, welches es in
dieser Form gibt. Es zeigt, wie das Leben während der DDR war. Nicht nur von einem Menschen, sondern von vielen unterschiedlichen Leuten und Altersgruppen.

Warum wurde das Museum eröffnet?

Kann ich dir ehrlich gesagt nicht sagen, ich kann aber sagen, warum ich es übernommen habe. Natürlich muss man als Mensch überlegen, was man grundsätzlich macht. Ich bin im Verkauf groß geworden und habe mich schon immer für das Thema Schlaf interessiert. Wie wir wissen, schlafen Deutsche relativ schlecht und wenig und da will ich gerne was dagegen tun.

Woraus besteht das Konzept des DDR Museums?

Wir sammeln auch noch Dinge, aber mittlerweile keine Haushaltsgegenstände mehr. Wir haben schon sehr viele davon. Wir
sammeln Dinge, die darauf hinweisen, wie es ist, in einer Diktatur zu leben.

Welche Art von Ausstellungen können hier betrachtet werden?

Wir haben einmal die sichtbare Ausstellung, dann haben wir digitale Medien durch z.B. Tablets. Auch mehrsprachig. Wir haben Raum- und Thementexte, die auf den Tablets angezeigt und auch vorgelesen werden können. Zudem gibt es Bildschirme in manchen Räumen, auf denen
interaktiv durch Karten, Quizze und Texte auch nochmal über die DDR gelehrt wird. Dann haben wir noch eine Wechselausstellung im Keller.

Bisher haben wir häufig Plakataustellungen gemacht, weil uns für vieles auch die Manpower fehlt. Wir sind ja alle auch ehrenamtlich hier. Unser Ziel ist, eine Hauptamtliche Person hier zu haben, die auch Ausstellungen konzipieren kann. Wir haben z.B. Eine ganze Menge an Briefmarken und die Geschichte der DDR kann durchaus auch durch Briefmarken erzählt werden, aber das braucht Zeit und Wissen, um da etwas zusammenzustellen.

Welches Angebot wird einem noch neben der Ausstellung geboten?

Veranstaltungen. Wir haben ungefähr jeden zweiten Monat eine Veranstaltung hier, wo wir unter anderem Zeitzeugen oder Historiker einladen, die bestimmte Themen verarbeiten. Wir haben noch Führungen. Hauptsächlich Schulklassenführungen aber auch private. Also wenn es eine
Gruppe zusammenfindet, zum Beispiel ein Betriebsausflug, die hier eine Führung machen will, kann man das auch jederzeit zu Sonderzeiten organisieren, auch außerhalb der Öffnungszeiten.

Wie häufig ändern oder erweitern sich die Ausstellungen?

Die Ausstellung, so wie sie jetzt steht, ist 2015 eröffnet worden und das wird wahrscheinlich noch eine Weile so bleiben. Ich weiß, dass viele Museen sich alle 15-20 Jahre komplett umkrempeln müssen, weil sie sich über die Rezeptionsgewohnheiten der Menschen einfach ändern müssen. Man
will ja auch nicht veralten. Man muss das Ganze aber sicherlich in zehn Jahren nochmal neu aufstellen, weil dann sind die Gedanken über die DDR vielleicht andere. Oder andere Forschungsergebnisse sind vorhanden.

Es gibt auch Teile, die man hier überhaupt nicht sehen kann, wir zeigen z.B. wenig Kulturelles und Künstlerisches von Künstlern vom Widerstand, dazu reicht einfach der Platz nicht. Es gibt noch ein weiteres Ziel von uns, und zwar das Dach auszubauen und dort unser Depot hin zu verlagern, dass man ein Café einrichten kann. Wir haben auch eine kleine Bibliothek, dann können sich die Menschen hier auch länger aufhalten. Die Stadt ist aber leider finanziell nicht so gut gestellt, dass man das, zumindest in meiner Zeit, noch verwirklichen kann.

Welche Rolle spielt Pforzheim im DDR Museum?

Das ist das Neue in der Ausstellung, die seit 2015 hier ist. Wir stellen seitdem auch Bezüge zu Pforzheim dar. Wir haben eine Zeitleiste, auf der parallel gezeigt wird, was in Pforzheim, in Deutschland und weltpolitisch passiert zur gleichen Zeit. Wir haben an allen möglichen Stellen Bezug genommen auf die örtliche Presse und auch auf Personen die geflüchtet sind und sich danach in Pforzheim niedergelassen haben. Der Sammler selbst ist ja auch Pforzheimer und die Menschen, die ihm geholfen haben, das Museum einzurichten, sind auch repräsentiert.

Wer muss dieses DDR Museum unbedingt besuchen?

Es würde mir leicht fallen, zu sagen: Jugendliche, die keine Ahnung von der finsteren Vergangenheit haben. Es sollten aber auch durchaus Erwachsene das Museum besuchen, die auch ihre eigenen Erfahrungen von damals haben. Für die ist es sicherlich auch interessant. Also es sollte jeder kommen, die Jungen, die darüber lernen sollten, aber auch die älteren Menschen, die ihre Erfahrungen mit uns diskutieren und abgleichen können

Wie findest du PFNext?

Ich finde das eine ganz hervorragende Einrichtung. Wenn man das als
Kommunikationsmittel benutzt, hat es das Potential, sehr vielversprechend zu werden. Es kann dann zur großen Bereicherung für die Stadt werden.

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