Zeitgeist

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12. Mai 2020 5 min read

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„Hallo Pforzheim“ ist ein Podcast von Pforzheimern über das kulturelle Angebot Pforzheims. Dieser wird von fünf Personen produziert, organisiert und beworben. Wir durften mit dem gesamten Team ein Interview führen, um die Hintergründe in Erfahrung zu bringen.

Wer seid ihr?

Mein Name ist Thorsten Gieske, ich war jetzt 25 Jahre als Unternehmer tätig in Pforzheim und bin jetzt Initiator des Podcasts. Ich bin Mitgründer des Podcasts. Wir haben uns letztes Jahr im November zusammen gefunden und sind nach Überlegungen, wie man was Gutes für Pforzheim tun kann, auf den Podcast gekommen. Wir wollten schnell etwas in die Gänge leiten und sind bewusst bei dem kleinen Kreis geblieben.
Andreas: Ich bin Andreas Ruf und auch einer der Initiatoren des Podcasts. Ich habe 15 Jahren ein Unternehmen geleitet in Pforzheim und bin seit fünf Jahren als selbständiger Coach unterwegs. Ich bin bei vielen ehrenamtlichen Aktionen in Pforzheim dabei und empfand dies auch als eine sehr gute Sache für Pforzheim, da ich die Stadt auch toll finde.
Sebastian: Ich heiße Sebastian Seibel, bin Fotograf und Journalist und bin auf das Projekt gekommen, als nach einem Sprecher für den Podcast gesucht wurde, zusammen mit Ana Kugli, welche heute leider nicht dabei ist. Seitdem bin ich Sprecher und helfe bei der Redaktion.
Sabina: Ich heiße Sabina und bin ’92 nach Pforzheim gezogen und habe mich damals gewundert, wieso viele Pforzheim schlecht reden. Ich empfinde es als coole Stadt und es hat mich seitdem immer beschäftigt. Ich will dabei helfen, dass die Stadt so gezeigt wird, wie sie ist und bin jetzt
auch schon seit einer Weile ehrenamtlich bei vielen Dingen engagiert, inklusive dem Podcast seit Kurzem.

Seit wann gibt es Hallo Pforzheim?

Thorsten: Den Podcast selbst gibt es seit Anfang Januar und die Vorbereitungszeit dafür waren ungefähr acht Wochen, also seit November/Dezember. Am 8. Januar sind wir zum ersten Mal auf
Sendung gegangen und hatten gleich auch eine Launch Party im Café Roland initiiert, um auf den Podcast aufmerksam zu machen. Das Ganze hatte eine gute Resonanz mit fast 100 Leuten, die daran teilgenommen haben. Seitdem haben wir es auch geschafft, jede Woche eine Podcast auf die Beine zu stellen. Es ist sicherlich noch nicht perfekt, aber wir haben es auch ganz bewusst als agiles Projekt gestartet, um auch offen für Veränderungen und Wünsche von Hörern zu sein. Das Projekt
wird sich auf jeden Fall zukünftig noch weiterentwickeln und verändern.

Wer sind eure Zuhörer?

Andreas: Genau wissen wir das natürlich noch nicht. Wir haben über 1000 Leute, die uns kennen und folgen und auf unsere Events kommen. Circa 800 Leute haben den Podcast abonniert und die wöchentlichen Hörerzahlen schwanken natürlich. Wir glauben, dass die Zuhörer in einer ähnlichen
Generation sind wie wir, also Generation X. Es sind auch viele von unseren Freunden dabei und Kulturinteressierte und wir wollen das natürlich ausweiten auch auf jüngere Leute und Menschen, die nicht so in der Kulturszene unterwegs sind, aber das gerne wären, wenn sie mehr Informationen hätten.

Wer betreibt den Podcast und wer nimmt ihn auf?

Sebastian: Die Betreiber sind im weitesten Sinne die Initiatoren; Thorsten, Sabina und Andreas, welche die Idee entwickelt haben und auch noch eine Menge administrative Arbeit rein stecken und über die Redaktionssitzung hinaus auch sehr viel Zeit und Mühe investieren. Ana und ich haben
dann die Aufgabe, die Sendung von Hallo Pforzheim redaktionell zu bearbeiten und zu skripten und dann auch aufzunehmen.
Thorsten: Uns war auch wichtig, dass wir ein freies Medium produzieren und nicht an eine Institution angedockt sind und totalen subjektiven und freien Spielraum haben.

Warum gibt es Hallo Pforzheim?

Sabina: Pforzheim hat eine unglaubliche kulturelle Vielfalt, was z.B. auch die Kulturen vieler anderer Nationen anbelangt und die Idee ist, diesen Schatz, den es hier gibt, transparent zu machen und diese Menschen auch mehr miteinander in Kontakt zu bringen. Zudem wollen wir auch den
Schatz der Hochschulen hier mehr ins Stadtbild integrieren und die Zielgruppen, die das beinhaltet. Wir sind der Meinung, dass es bezüglich der Hochschulen noch ein Defizit an Informationen gibt.
Thorsten: Wir wollten auch ein zusätzliches digitales Format anbieten. Da der Podcast auch gerade ein Trendformat ist und von vielen gerne gehört wird, haben wir uns dafür entschieden. Die freie Verfügbarkeit, die damit kommt, ist natürlich auch ein Plus.

Was ist das Ziel von Hallo Pforzheim?

Sebastian: Das Ziel ist eine positive und proaktive Darstellung der vielfältigen Kulturszene hier in der Stadt. Wir haben hier ein sehr treues und verlässliches Kulturpublikum. Es ist zwar etwas kleiner und überschaubar, aber diejenigen, die es interessieren, nehmen sehr dankbar jedes Angebot an. Unser Ansporn ist es, für diese Menschen Programm zu machen und darüber hinaus vielleicht auch neue Leute dafür zu interessieren und sensibilisieren, was hier überhaupt stattfindet. Es sind ja keine Geheimtipps, was wir haben. Es sind Informationen, die öffentlich zugänglich sind, aber bei uns kommen sie in der kürettierten Form zusammen. Und der ein oder andere, der dachte, er ist gut informiert, kam auch schon mal auf mich zu und meinte, er hatte ein paar Dinge nicht auf’m Schirm, aber hat sie dann dank uns erfahren.
Thorsten: Was wir auch zukünftig vor haben, ist den Menschen hinter den kulturellen Aktivitäten ein Forum bieten und quasi Interviews machen mit Leuten, die sich für Pforzheim engagieren und Projekte hier starten. Dadurch wollen wir den Schwerpunkt auf den Menschen und seinen Gedanken legen und nicht unbedingt das Projekt selbst.
Sabina: Auch über diese Grenzen hinweg. Wir wollen auch das Image in Pforzheim vorantreiben und auch Menschen, die z.B. frisch dazu gezogen sind, zeigen, was die Stadt zu bieten hat.
Andreas: Wir wollen einen Beitrag dazu leisten, dass Pforzheim so dargestellt ist, wie es tatsächlich auch ist. Nämlich als interessante, vielfältige und geschichtliche Stadt. Nicht albern loben und nicht
unnötigerweise schlecht machen, wie das Jeff Klotz mal sagte.

Wie finanziert sich euer Podcast?

Sebastian: Wir haben die Anfangsinvestition aus eigener Tasche getragen und fangen jetzt an, Sponsoren zu werben.
Andreas: Wobei das ja nicht unser Ziel ist. Unser Ziel ist eine Finanzierung aus höheren Mitteln, wie z.B. Crowdfunding. Wir wollen, dass im Idealfall viele Leute kleine Beiträge leisten, dass was Großes entstehen kann. Während dieser Übergangszeit brauchen wir dann die Sponsoren.
Sabina: Es soll nachher mehr oder weniger zum Selbstläufer werden. Es sollen hauptsächlich die Produktionskosten wieder ausgeglichen werden. Uns geht es hier unterm Strich nicht um Gewinn, aber eine Kostendecken wollen wir schon erreichen.

Was sollte sich, eurer Meinung nach, in Pforzheim verändern?

Sabina: Das mehr Begegnungen untereinander wieder stattfinden, vor allem gruppenübergreifend. Zudem wünschte ich mir, dass die Studierenden mehr ins Stadtbild integriert werden, so wie es in
anderen Studentenstädten auch ist.
Thorsten: Dass man auf das Positive schaut und nicht immer nur auf das Negative. Da finde ich, seid ihr von PFNext auch ein super Beispiel. Wir mit Hallo Pforzheim wollen das genauso machen. Einen Gegenpol zum Schlechtgerede bieten.
Andreas: Ein Bewusstseinswechsel dahin, das unsere Stadt das Potential hat, was Großes zu werden, wenn man sich gemeinsam dahin bewegt und sich zuhört und miteinander arbeitet. Da, wo man lebt, das will man ja eigentlich schön und interessant gestalten.
Sebastian: Hoffentlich können wir ein paar Leute mit unserem Podcast anstecken, dass, wenn man sich zusammen tut und einfach was macht, etwas erreicht werden kann.

Welchen Einfluss hat Hallo Pforzheim auf Pforzheim?

Sabina: Ich denke mal, dass wir schon dem ein oder anderen gute Tipps gegeben haben und die Resonanz, die ich persönlich dadurch bekommen habe, war sehr positiv. Die Menschen finden es spannend und freuen sich auf die Interviews.
Thorsten: Wir haben schon zwei Kulturstätten, die sich gemeldet haben und total überrascht waren, wie viele Leute zu ihren Veranstaltungen gekommen sind, auch durch uns. Vor allem bei kleineren
Bühnen hat man einen messbaren Bereich, wo es auffällt, wenn an einem Tag auf einmal 5-10 Leute mehr da sind. Es wird gehört und hat auf jeden Fall einen Einfluss.
Sebastian: Ich denke, es wird ernst genommen und kommt bei den Menschen an. Es fällt aber auch auf, dass der Podcast ein Medium ist, welches noch nicht von jedem wahrgenommen wird. Da sehen wir es auch in gewisser Weise als unserer Aufgabe, den ein oder anderen noch dazu zu
bringen.
Andreas: Wir versuchen, das zu vereinfachen, indem wir den Podcast auch auf unserer Homepage haben, was den meisten auch in unserer Generation bekannt vorkommen sollte. Dann muss man nicht unbedingt den extra Schritt zu, sagen wir mal, Spotify machen, sondern kann ihn direkt auf unserer Homepage hören.

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