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Ob Wein, Gemüse, Obst, Feinkost oder ein gutes Frühstück. In den letzten 40 Jahren hat sich das Angebot von Müssle um ein vielfaches vermehrt. Mit Maximilian Müssle haben wir über die Vergangenheit und die Zukunft des Pforzheimer Traditionsunternehmens geredet.
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Ob Wein, Gemüse, Obst, Feinkost oder ein gutes Frühstück. In den letzten 40 Jahren hat sich das Angebot von Müssle um ein vielfaches vermehrt. Mit Maximilian Müssle haben wir über die Vergangenheit und die Zukunft des Pforzheimer Traditionsunternehmens geredet.

Wer seid ihr?

Wir sind Müssle-Spezialitäten und -Gastronomie. Wir sind ursprünglich ein Feinkostgeschäft, welches seit über 40 Jahren hier am Marktplatz ist. Gegründet wurde es von meinem Vater und meiner Mutter. Über die Jahre hat es sich immer weiterentwickelt. Vom Stammhaus aus ist dann vor knapp 10 Jahren die Weinbar entstanden, die ich eröffnet habe. Vor weiteren 3 Jahren haben wir die Vinothek herausentwickelt. Wir sind eigentlich ein Full-Service-Unternehmen mit einem Lebensmitteleinzelhandel, einem Weinfachgeschäft und einer Bar. Abgerundet wird es dann von dem Eventbereich, den wir auch anbieten. 

Was verbindet euch mit Pforzheim?

Wir kommen ursprünglich aus Ispringen, was nahe an Pforzheim liegt. Es ist unsere Heimatregion. Es ist unsere Stadt, unser Geschäft, unser Leben und dafür wollen wir auch was machen. Wir versuchen durch unsere Geschäfte die Stadt zu bereichern. Mit positivem Denken wollen wir etwas bewegen.

Warum habt ihr die Müssle-Läden genau hier eröffnet?

Damals gab es die Möglichkeit durch Obsthändlerinnen, die meinen Eltern ein Angebot gemacht haben. Bei der Weinbar kam die Sparkasse auf mich zu und fragte mich, ob ich die Location übernehmen will. Die Vinothek-Eröffnung lief ähnlich ab. Es gab einen Leerstand und wir wollten nicht, dass hier auch ein Dönerladen oder Ähnliches eröffnet. Die Symbiose hat natürlich auch gepasst, da es direkt nebenan vom Feinkostladen ist. Im Endeffekt war es eine Win-Win-Situation, da wir durch die Erweiterung kleine Besen-Events oder Weinverkostungen mit Essen vom Feinkostladen veranstalten können. 

Was für außergewöhnliche Sachen bietet ihr an?

Wir sind ein Voll-Sortimenter, weswegen wir viele Dinge anbieten, die sehr gängig sind und für den typischen Einkauf benötigt werden. Wie z. B. ein Andechser-Jogurt oder Heinz-Ketchup. Dennoch haben wir ein paar außergewöhnliche Dinge, wie exotische Früchte, Kaviar oder ein hochwertiger Trüffel. Letztendlich ist es wichtig, dass die Kunden ihre Einkäufe bei uns vervollständigen können, aber auch etwas Hochwertigeres oder Rares finden können. Wir haben unser Sortiment über Jahre hinweg erweitert. Wir sind sehr italienisch und importieren viel von dort, schauen aber auch immer wieder nach Besonderheiten, die wir anbieten wollen. Dazu gehört auch unser hauseigener Wein, den wir durch eine Zusammenarbeit mit einem italienischen Winzer seit letztem Jahr herstellen.

Die Weine, die das Müssle-Etikett, tragen sind alle aus Italien?

Nicht unbedingt, wir arbeiten auch mit regionalen Winzern zusammen und schauen, dass wir einzigartige Weine zusammen herstellen. Unser Prosecco und der Wein, von dem ich eben sprach, stammen aber aus Italien.

Wie ist das Sortiment in der Müssle Weinbar zusammengestellt?

Es ist ziemlich breit gefächert. Wir starten morgens in der Müssle Weinbar mit Frühstück, haben dann immer einen Mittagstisch. Bieten eigene Kuchen für Kunden an, die gerne zum Kaffee und Kuchen vorbeikommen und haben natürlich auch ein Abendprogramm. Was uns ausmacht sind unsere Antipasti und der italienischer Stil, den wir auch in unsere Gerichte integrieren.

Worauf seid ihr bis jetzt besonders stolz?

Man kann auf jeden Fall auf das, was meine Eltern aufgebaut haben, stolz sein. Sie haben zu dritt mit einer einzigen Angestellten gestartet. Mittlerweile haben wir ein Team aus 50 Arbeitnehmern. Zudem sind wir stolz darauf, dass wir ein Familienunternehmen geblieben sind. Wir hatten schon öfters Anfragen unseren jetzigen Standort zu verlegen, da es hier schon verhältnismäßig klein geworden ist. Wollten aber nie aus der Pforzheimer Innenstadt raus. 

Wo gehst du bzw. die Familie gerne in Pforzheim hin?

Da unsere Heimat Ispringen ist, gehen wir dort gerne in die Natur und halten uns da auch gerne auf. Ansonsten versuchen wir generell unsere Gastrokollegen in Pforzheim zu unterstützen, um den allgemeinen Zusammenhalt zu stärken. Wir arbeiten auch mit anderen Gastronomien zusammen, indem wir z. B. unsere Weine an sie verkaufen. Umgekehrt versuchen wir auch immer all das, was wir brauchen, in unserer Stadt zu kaufen. 

Was steht im Mittelpunkt vom Müssle?

Der Mittelpunkt ist im Endeffekt ein Familienunternehmen weiterzuentwickeln und die Stadt damit zu bereichern. Wir glauben, dass dem unverdienten negativen Ruf der Stadt entgegengewirkt werden muss. Durch verschiedene Events und Aktionen, die wir starten, versuchen wir auch genau das zu tun. Sei es durch unser Weintaxi, die Spargelaktion etc. Wir passen uns oft der Situation an und wollen nach vorne schauen. 

Was sollte sich in Pforzheim verändern?

Das Negativdenken der Bevölkerung. Ich bin im Gemeinderat und es heißt ja immer „Egal wie, alles ist schlecht“ und genau das ist die falsche Herangehensweise. Pforzheim kann viel mehr als das, was wir der Stadt zumuten.

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